Nürnberger Epitaphienkunst und -kultur e.V.

Aktuelles

Die Nürnberger Epitaphienkultur als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Einem Bescheid des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst Dr. Ludwig Spaenle vom 4. Januar 2018 zufolge wird die kulturelle Ausdrucksform "Nürnberger Epitaphienkultur" in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Bayerische Landesverzeichnis will die Bedeutung regionaler Traditionen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und die Vielfalt der bayerischen Kultur verdeutlichen.

Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Presseartikel Nürnberger Nachrichten 4.1.2018

Presseartikel Nürnberger Zeitung 14.1.2018

Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen

Samstag, 9. Juni, 14 Uhr
Eugen Schöler, Schwabach
Wappen auf historischen Epitaphien und Totenschilden, mit einer Einführung in die Heraldik
Treffpunkt im Pfarrhaus St. Johannis, Eingang Lindengasse gegenüber Haus Nr. 34. Anschließend Führung über den St. Johannisfriedhof



Bisherige Veranstaltungen

Informationsveranstaltung auf der "Blauen Nacht"
Samstag, 5. Mai 2018

500 Jahre Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus
Benefizkonzert Vokalensemble St. Lorenz
Matthias Ank - Leitung und Orgel
Samstag, 28. April 2018

Dr. Claudia Maué:
Mord, Prunksucht und Skandal. Das Grabmal des Johann Schlütter auf dem St. Johannisfriedhof
Samstag, 14. Oktober 2017

Dr. Dorothea Diemer (früher Universität Augsburg)
Die Technik des Bronzegusses am Beispiel des Sebaldusgrabs.
Samstag, 13. Mai 2017

Unser Anliegen

Der im Dezember 2015 gegründete Verein Nürnberger Epitaphienkunst und -kultur e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die bis in die Gegenwart lebendige, einmalige und international beachtete Nürnberger Kunstform der Grabinschriften und Gedenktafeln zu erhalten. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.

Seit 500 Jahren hinterlassen Nürnberger Bürger durch ihre Epitaphien der Nachwelt individuell gestaltete biografische Botschaften. Rund 6.000 dieser Epitaphien sind auf den historischen Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus erhalten. Die Nürnberger Epitaphien bieten als kunst- und kulturhistorische Zeugnisse auf engstem Raum die einmalige Möglichkeit zur Begegnung mit christlicher Symbolik, Heraldik und Formensprache von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Der Verein unterstützt Maßnahmen, die den bestehenden, stetig wachsenden Kulturschatz Nürnberger Epitaphien dokumentieren, die durch Zerfall und Vandalismus beschädigten Epitaphien restaurieren und dieses kulturelle Alleinstellungsmerkmal Nürnbergs in die Zukunft führen.





Was sind Epitaphien?

Ausschnitt aus dem Epitaph für den Nürnberger Großkaufmann Martin Peller († 1629) auf dem St. Johannis-Friedhof in Nürnberg. Der Reiter stellt St. Martin dar, seinen Namenspatron.

Die Vereinsaufgaben

Dokumentation

Unterstützung und Förderung von Maßnahmen für eine zeitgemäße Dokumentation des Epitaphienbestands

Erhalt

Restaurierung von Epitaphien
 

Derzeit wird das Epitaph Johannis I Nr. 1920 mit Mitteln des Vereins restauriert.
Dabei wird die derzeit deponierte abgebrochene linke untere Ecke wieder angebracht. Voraussichtlich kann es im Juni 2018 wieder auf dem Grabstein angebracht werden.

Das Epitaph entstand für den Barchentweber Leonhard Spädt und seine Frau Barbara. Unterhalb der Inschrifttafel sind in einem wappenähnlichen Feld drei Weberschiffchen als Handwerksgeräte des Webers angeordnet. Am unteren Rand der 1608 datierten Inschrifttafel ist das Monogramm " I W " eingraviert. Es steht für Jakob Weinmann (1570-1632), den bedeutendster Vertreter dieser Rotgießerfamilie, aus dessen Werkstatt noch heute über 200 Epitaphien auf den Nürnberger Friedhöfen erhalten sind. Er arbeitete nicht nur für finanzkräftige Auftraggeber wie einen Bamberger Domherrn, sondern für alle Bevölkerungsschichten.
Das Spädt-Epitaph gehört zu den schlichteren Exemplaren seiner Gattung, die sich auch ein Handwerker wie der Barchent (ein Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle) erzeugende Leonhard Spädt leisten konnte.

Netzwerk

Kooperation und Vernetzung mit Gremien der Kirche und des Denkmalschutzs in ganz Deutschland

Ausbildung

Unterstützung von Bestrebungen, die Epitaphienkunst als Ausbildung zu institutionalisieren

Information

Eigene Veranstaltungen
und Unterstützung von Projekten Dritter

Mitglied werden

Mit Ihrer Mitgliedschaft leisten Sie mit wenig Einsatz einen großen Beitrag:

  •   einen einmaligen lebendigen Kulturschatz Nürnbergs zu dokumentieren und zu erhalten,
  •   die Zukunft einer seit 500 Jahren bestehenden Kunstform, die es so nur in Nürnberg gibt, zu sichern,
  •   das Bewusstsein für den Wert und die Besonderheiten der Nürnberger Epitaphien zu steigern.

Sie können zusätzlich zur Mitgliedschaft die fotografische Erfassung eines oder mehrerer Epitaphien nach einem standardisierten Verfahren gesondert unterstützen, oder die Patenschaft für Epitaphien übernehmen, die restauriert werden müssen.

Der Verein übernimmt die Beauftragung für Ihre zweckgebundene Unterstützung. Sie erhalten einen Nachweis über Ihr Engagement und Ihre persönlichen Förderaktivitäten. Sie werden bei zusätzlichen Leistungen auf Wunsch persönlich auf der Homepage des Vereins genannt und als Mitglied regelmäßig über die Aktivitäten des Vereins informiert.

Sie können jederzeit beim Vorstand oder in der jährlichen Mitgliederversammlung Vorschläge für die Mittelverwendung einbringen.

Wissenswertes über Epitaphien

Was sind Epitaphien

Epitaphien - aus dem Griechischen, "am Grab" oder "nahe beim Grab", sind Grabdenkmale für einen oder mehrere Verstorbene. Allgemein versteht man unter Epitaphien gemalte oder plastisch gestaltete Tafeln, die meistens in Kirchen oberhalb der eigentlichen Grabstätte aufgehängt wurden. Nur in Nürnberg bezeichnet man diesem Begriff die reich gestalteten metallenen Relieftafeln auf den liegenden Grabsteinen der alten Friedhöfe. Den strengen Regeln für die Nürnberger Friedhöfe zufolge waren diese Epitaphien der einzige auf den Grabstellen erlaubte Schmuck
Die Epitaphienherstellung garantierte den Nürnberger Gießern - hier Rotschmiede genannt - eine ständige Einnahmequelle. Die wegen ihrer hoch entwickelten Gusstechnik europaweit berühmten Nürnberger Rotschmiede waren teils auch als Modelleure tätig, zogen für aufwändigere und plastisch anspruchsvollere Epitaphien aber auch Bildhauer und Ziseleure hinzu. Ab dem 17. Jahrhundert brachten einige Rotschmiede Signaturen auf ihren Güssen an, während Bildhauer und Ziseleure die Epitaphien in den seltensten Fällen kennzeichneten.


Galerie bemerkenswerter Epitaphien auf den Nürnberger Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus.

Galerie


Pläne der Nürnberger Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus.
 

Friedhofspläne (Gesamtübersicht)

Detailplan St. Johannis

Detailplan St. Rochus

Kontakt

Schreiben Sie uns, wenn Sie mehr wissen oder dabei sein wollen:
info@epitaphienkultur.de

Nürnberger Epitaphienkunst und -kultur e.V.
Kaulbachstr. 35, 90408 Nürnberg

Kontakt: Dr. Claudia Maué
Vorsitzende
claudia.maue@web.de